Ich ziehe um

Hier ist leider seit einem Jahr nichts mehr passiert. Ich ziehe um und wünsche mir, dass ich zwei Mal pro Woche etwas zu schreiben habe.

Link: http://saganelle.de.

 

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Ich möchte unbedingt einen Abzug dieses Fotos geschenkt bekommen

Der von mir sehr geschätzte Kai Müller hat eine Aktion auf Facebook gestartet. Er verschenkt drei Abszüge dieses Fotos. Ich hätte selbst gern dieses Foto gemacht.

© Stylespion

Parkplatz vor dem Venue in Neskaupstaður

Panzermusik

Auf dem Weg zur Musikschule, die Gitarre habe ich auf dem Rücken. Den Bus verpasst, der fährt nur alle zwanzig Minuten. Aus einem Vorort in die Innenstadt einer Kleinstadt schafft man es genau in dieser Zeit. Wir haben DDR, es ist Montag und ich habe vier Stunden Musikschule vor mir. Erst Musiktheorieunterricht mit Frau O. und danach Gitarrenensemble.

Ich laufe eine Straße entlang, die heute keinen Deut anders aussieht. In der Mitte zwei Streifen für die Autos, links und rechts Fahrradwege – links fast kein Bürgersteig, rechts schon. Chausseeartig ist das nicht, auch wenn es so heißt. Links Rote-Armee-Tanklager – rechts die allerschönste Kleingärtneridylle — fast am See.

Ich eile zur Musikschule. Ich kenne den Weg so genau. Weg zur Schule eben. Am Bahnübergang in Richtung Hafen weiß ich, dass ich ein Drittel geschafft habe. Es ist jetzt Ödnis pur. Links immer noch das Rote-Armee-Tanklager, rechts die “Russen”-Bäckerei. Ihr wisst schon so schönes Grauingrau mit weißem Soviet-Stern. Ich bin beinahe auf Hafenhöhe, da kommt ein Panzer aus der Nebenstraße und noch einer, ich laufe zwischen dem nächsten weiter. Der Kriegskrach, den wir aus jedem Kriegsfilm kennen, dieses Aufheulen und diese Lautstärke, die mein auf Musik eingestelltes Gehör sofort für diesen Tag zerstört.

Es kommen zwanzig weitere Panzer, die auf die Hauptstraße einbiegen. Neustrelitz im Parakriegszustand. Ich will nur zum Markt, um von dort in die Schlosstraße, damals Gutenbergstraße einzubiegen. Dort ist die Musikschule.

Ein Blick nach links und ich sehe zwei Rotarmisten, die mit aufgespießtem Bajonett in Richting Kaserne im Stechschritt marschieren. Die beiden haben keine Miene und ich bin in Eile. Es sind immer zwei: Auf dem Weg zum Markt zum sowjetischen Friedhof und zurück zur Kaserne, die vorher in den 20ern für eine deutsche Armee errichtet wurde.  Dann zurück zum Marktplatz, einem ein-Hektar-Platz mit den Maßen 100 Mal 100 Metern. Davon gehen in jede Himmelsrichtung und Nebenshimmelsrichtung acht Straßen ab. Ich will zum Markt. Die Panzer fahren neben mir und zermalmen die Straße. Das Geräusch ist grauenvoll und zerstörerisch.

Die Soldaten gehören zum Stadtbild, immer gen Nordost zur Kaserne und wieder zurück. Bajonett. Stechschritt. Ungerührt.

Mehr als zwei Drittel geschafft, ich biege in die Gutenbergstraße ab und eile ganz schnell in den Unterricht. Die Panzer sind weg. Mein Gehör ist überfordert und während Frau O. da vorne einen Rhythmus klopft, den wir skribieren sollen, rauschen meine Ohren. Ich schreibe von Henriette ab. Und finde ganz langsam zurück zu mir.

[Henriette schreibt bei mir ab, wenn es um Mathe geht. Alles gut. Sie sitzt seit der ersten Klassen neben mir. Und S I E ist die Musikerin. Und sie ist für mir mich die empfindsamste Geigerin, die ich auch beim Üben erlebt habe und überhaupt. Sie versteht das hier. Sie ist auch in dieser besetzten Stadt groß geworden. Sie weiß, dass ich nur Gitarre spiele, um mich ausdrücken zu können. Anders als reden müssen.]

Nach zwei Stunden Musiktheorieunterricht bin ich regeneriert und mache voller Inbrunst Musik und kann mich hören. Voll in die Saiten.

– Ich verbürge mich für 1984. So war das.

Vor dem Tod | Nach dem Tod

Seit Anfang des Jahres eine Scheu zu haben, ans Telefon zu gehen, wenn die Vorwahl von Neustrelitz zu sehen ist. Meiner Mutter zuhörend, wie es meinem Großvater geht. Ich habe im Kopf einen Begriff dafür formuliert: Langsamsterber, irgendwann platzt der heraus. Erst wird verschämt weggeguckt, dann ein wenig genickt.

Es geht um meinen Großvater, der nie meiner war, aber ich habe es so geschrieben, weil er es in dem Moment am allermeisten ist, in dem er dem Tod sehr nah ist und ich ihn verabschiede, zusammen mit meinem Vater. Die Geschichte soll schnell erzählt werden: Else lernt 1948 Hans kennen, sie ist verwitwet und hat zwei Kinder (ihr Mann ist 1941 in Minsk gefallen durch den Schuss eines Scharfschützen). Hans ist sieben Jahre jünger als meine Großmutter und kehrt aus der Gefangenschaft zurück, nach Neustrelitz. Dort wird geheiratet und es kommen zwei weitere Kinder auf die Welt. Das jüngste ist mein Vater.

Hans ist ein Zwei-Meter-Mann, immer schnieke und wie Honig für die Frauen. Doch eine – aus Neubrandenburg – verwitwet, zwei Kinder – lernt ihn im Kosmos kennen und lieben (Mann stirbt an Krebs, die Kinder sind sehr klein und sie ist vier, fünf Jahre jünger).

Zwei Jahre b e v o r die Ehe geschieden wird zwischen Else und Hans.

Es ist 1968.

Mein Großvater steigt auf. Arbeitet für die Bauaufsicht im Rates des Bezirkes Neubrandenburg.

Meine Eltern laufen zu dieser Zeit noch aneinander vorbei.

Mein Onkel wird in der neuen Ehe geboren. In der Ehe zwischen Hans und Elfriede.

Hans ist im Glück.

Die Frauen fliegen immer noch auf ihn.

Mein Vater ist bei Else. Der Else aus der ich einen Namen gemacht habe. Saganelle heißt Elsa Lange. Etwas heller mit einem A mehr als ihr Leben ist.

Sie stirbt 1986, am zweiten Weihnachtsfeiertag. Hans ist nicht dabei.

Sie stirbt an der polnischen Grenze an Nierenversagen und Lungenentzündung.

Allein.

Ich bin schon da, meine Schwester ist auf der Welt: Ich sehe meinen Vater das erste Mal in meinem Leben hemmungslos weinen.

Viele Jahre später, Hans wird 65, feiert er in der ehemaligen Stasi-Zentrale in Neubrandenburg. Wir haben 1993. Ich finde es geschmacklos und sage es ihm.

Seine Antwort: “Gehst du auch immer an das Grab deiner Großmutter ….”.

Kleiner Zwischentext: Ich bin eine sehr ähnliche Ausgabe von Else, in Blond. Sowohl Elfriede als auch Hans haben mich zwar angesehen, aber Else vor sich.

Weiter:

Ich war zu Weihnachten im Krankenhaus, als es ihm schlecht ging – vor vielen, vielen Jahren. Ich habe Einiges versucht, um nach dem Tod des Vaters meiner Mutter mehr Kontakt zu ihm zu haben. Die Telefonate endeten alle sehr mißlich. Gespräche fanden nicht statt —- Elfriede torpediert alles.

Seine Anrufe zu meinem Geburtstag endeten irgendwann. Ich war bei allen wichtigen Geburtstagen vor Ort. Aufrechnen – bloß nicht.

Nunja. Ich habe irgendwann im Spätwinter erfahren, dass Hans Krebs hat, seit mindesten zwei Jahren. Ich habe seine Absage für das vergangene Weihnachten bei meinen Eltern erlebt. Hans fand es nicht besonders wichtig, seinen Kindern zu erzählen, wie es um ihn steht.

Papa und Mama sind sehr regelmäßig nach Neubrandenburg gefahren: Besuch. Redeversuche. Papa ist zu keinem Zeitpunkt an ihn herangekommen.

Nun zu meinem Abschied. Ich habe mich vor sehr langer Zeit, auch so um 1993 emotional von ihm entfernt. Er findet in meinem Kopf und nicht mehr in meinem Herzen statt. Auch nicht mehr im Krankenhaus, weil “die Familie” ein Hospiz nicht wollte, sich mit Tod nicht auseinandersetzen kann, stirbt er dort, rasant auch in weiteren Minuten vor meinen Augen. Ich sehe das alles und nehme nicht visuell Abschied, weil diese Bilder abgewiesen werden – durch mich. Mein Verstand ordnet ein: Letztes Mal. Sehe den Tod. Lebend vor Augen.

Am Ostersonntag stirbt Hans im Krankenhaus statt in einer anderen Atmosphäre. Nicht meine Famile entscheidet, seine.

Die Beerdigung indes ließ nur die Jahre ab Elfi wiederauferstehen. Okay. War zu erwarten.

Beim Leichenschmaus hatte ich noch ein Debakel mit ihr. Else-Scham an: Du warst nicht für ihn da. Denk mal darüber nach. Er hat auf dich gewartet.

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Ich war da. Nicht für ihn. Ich habe es für Papa getan.

Und bin nach dem Abschied-Abschied an einen Horizont gefahren.

Social Media Overload

Gestern Abend war ich das erste Mal seit einem halben Jahr wieder beim Social Media Club (SMC) Berlin (dazu unten mehr) und heute habe ich die erste längere Auszeit vom Social Media Overload bei der Arbeit. Mir war alles zu viel. Zu viel Facebook, zu viel Google-Plus-Hype, zu viel Twitter, gern Instagram, da muss man nicht so viel schreiben und kann per Einmaldrücken Herzchen verteilen. Pinterest? Ich muss mich für alles im Social Web interessieren, aber ich kann nicht überall aktiv mitmachen. Ich habe also keine digitale Pinnwand. Und aus Zeitbudgetgründen werde ich die wohl auch in Zukunft nicht haben. Tumblr: Zum Bildergucken und Lesen super.

Ich mache seit sechs Jahren nichts anderes, als mich durch das Social Web zu wühlen. Jeden einzelnen Tag meines Arbeitslebens haben Blogeinträge versüßt oder vergällt, je nachdem. Was habe ich schon über Twittereinträge gelacht und fleißig Favs verteilt. Oder wie sehr habe ich mich zusammen mit Kollegen über absurdeste Foren amüsiert. Ich habe im Moment das Gefühl, bereits alles gesehen zu haben, alles bereits gelesen zu haben und in einer Repeat-Schleife zu hängen.

Gestern Abend nun, aufgerafft zum SMC, es sollte schließlich um Marken im Social Web gehen, habe ich mehrere Déjà-vus.

Erster Case: Das Tweetlied von Vodafone . Netter Case von TLGG.

Zweiter Case: Mein Burger von razorfish im zweiten Jahr. Auch nett.

Dritter Case: Mensch-Marke Ibo Evsan himself. Einen Mini-Beitrag zu “Social Trademarks” gibt es auf seinem Blog.

Warum Déjà-vus?

Zum ersten Case: Trending Topic bei Twitter zu werden ist relativ einfach. Bei einem nachrichtenarmen Montag haben es die Beteiligten eines SMC Berlins geschafft, dorthin zu gelangen. Jedes halbmotivierende Meme auf Twitter schafft es dorthin. Legendär: @isdjan in 2011. Jeden Tag ein neues Meme. Aber was bleibt davon? Wie länge hält die Awareness an? Oder reicht es, dass man an einem Tag in Deutschland trendet? Vielleicht.

Zum zweiten Case: Es ist irgendwie naheliegend, ein Produkt aus sehr überschaubaren (wenn überhaupt) 15 Bauteilen von Kunden zusammenbasteln zu lassen. Das haben Autohersteller schon lange vorgemacht. Und ist ja schön, dass noch mehr relativ ungesundes Essen über die Theke ging durch diese Aktion. Ich hätte die Aktion auch wiederholen lassen. Ein demokratischer Online-Burger? Den gibt es aller Voraussicht nach irgendwann demnächst auch in der ekelhaftesten McBurger-Bude in ganz Berlin, unterirdisch gelegen am Alex. Dort stinkt es nach verdorbenem Fleich. Immer. Not my burger.

Zum dritten Case: Möchte ich einen KLOUT-Wert von 69 haben? Nein. Möchte ich bei Google top gerankt sein? Nein. Will ich eine Social Trademark sein? Nein. Möchte ich prominent sein? Nein. Will ich alles nicht. Unterstellt wurde, dass mindestens 20 Anwesende das versucht haben und es ihnen mehr oder weniger gelungen sei. Eines teile ich jedoch uneingeschränkt: Ich fühle mich ohne Internet, ohne Smartphone und ohne Laptop amputiert. Und ich teile auch die Ansicht, dass ins Internet reinschreiben, aus welchen Antrieben heraus auch immer, wichtig für Menschen sein kann. Genauso akzeptiere ich aber auch meine mir nahestehenden Offliner, Facebook-Abstinenzler, Twitter-Leser, nicht -Schreiber. Liebe Grüße! Und bis sehr bald. Denn die Social-Media-Pause ist over.

Trending: Pornobalken

Darwin Deez mit “Radar Detector”.

You are a ………..

You and I buy star maps and drive my car around Los Angeles
You and I buy star maps and ding dong ditch a televangelist

It’s only been a week
But I know that you are mine to keep

You are a radar detector
I drive 1,000 miles an hour
I won’t go on and on
But you are always looking out for me

You and I go shopping and find exactly what we’re looking for
You and I go shopping and fall asleep inside the mattress store.

We cruise the neighborhood
But it’s not supposed to feel this good

You are a radar detector

When I’m driving around, you are a radar detector

Unwirklicher Tag

Unwirklicher Monat. Kurz und heftig.

Morgen fängt der Juni an und es fühlt sich an, als ob gestern eigentlich noch März war.

Schnelle Monate sind mir unheimlich.

Die Entdeckung des Spätfrühlings ist “Balthazar”, deshalb hier das Lied vom Immergut, was Gänsehaut produziert hat.

Blood Like Wine.

Sososo.

So.

Soso.

Sososo.

Erste Zeile meint: #hach

Zweite Zeile meint: <3

Dritte Zeile meint: #hach (minus) <3 (ist gleich) #ach

Entzauberung perfekt.

Hijacked by Flowtown

Locker

- ein neues Buch angefangen.

- ausgeschlafen und die

- Sonne genossen.

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